Jahreslohnsteuertabelle oder Gehaltsrechner?

Bis zum Jahr 2004 hat das Bundesministerium für Finanzen Tabellen veröffentlicht, die nicht nur dem Steuerberater verbindlich über die fälligen Steuern Auskunft gaben. In der Zwischenzeit hat auch bei den Finanzämtern der Computer Einzug gehalten. Es ist sogar möglich, die Steuererklärung elektronisch abzugeben.

Das “Elster” genannte Verfahren erleichtert nicht nur den Finanzämtern, den Steuerberatern und manchen Steuerzahlern den Umgang mit der schwierigen Materie. Die Umstellung auf Computer und elektronische Steuererklärungen hatte zusätzlich zur Folge, dass man nicht mehr auf die altbewährten Tabellen für die Berechnung von Lohnsteuern zurückgreifen kann.

Stattdessen gibt es im Internet “Brutto-Netto Rechner” oder auch Lohnsteuerrechner. Sie funktionieren im Prinzip wie die gute alte Jahreslohnsteuertabelle. Wie der Name bereits sagt, macht diese Tabelle Aussagen zur Lohnsteuer, die auf das Jahreseinkommen eines Arbeitsnehmers fällig wird. Dies setzt indirekt voraus, dass man am Anfang des Jahres genauso viel verdient, wie am Ende des Jahres. Veränderungen durch Eheschließung oder Scheidung, die Geburt von eigenen Kindern, Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit etc. sind dabei nicht im Blick. Insofern ist eine Jahreslohnsteuertabelle eine Berechnungshilfe, die eigentlich erst nach Abschluss des Jahres wirklich korrekte Angaben macht. Außerdem bezieht sie sich nur auf die Lohnsteuer, also auf die Steuer, die der Arbeitgeber vom Arbeitslohn seines Mitarbeiters einbehält und an das Finanzamt abführt. Damit ist aber die Steuerlast des Arbeitnehmers noch nicht am Ende. Zur Lohnsteuer kommt noch der Solidaritätszuschlag. Ist der Arbeitnehmer Mitglied einer
Religionsgemeinschaft, die sich ihre Mitgliedsbeiträge durch das Finanzamt einziehen lässt, kommt zusätzlich die Kirchensteuer hinzu.

Eine Jahrestabelle ist zur Orientierung also nur bedingt aussagekräftig. Zumindest als Arbeitnehmer kommt man mit ihrer Hilfe nur mit einiger Mühe zum korrekten Ergebnis. Im Internet gibt es durch Lohnsteuer- oder Gehaltsrechner deutlich interessantere Alternativen. Auch sie nutzen als Berechnungsbasis das Jahresgehalt, aber berücksichtigen auch den Solidaritätszugschlag und die Kirchensteuer. Als besonderen Service berechnen sie auch die aktuellen Abzüge durch die Sozialabgaben. Die für das Jahr und den Monat ausgeworfenen Ergebnisse sind überwiegend korrekt und bieten eine relativ verlässliche Orientierung. Es gibt also keinen Grund den alten Tabellen nachzutrauern. Bild: ©Tony Hegewald / pixelio.de

, , ,